Doch Finsternis gefiel Gott nicht,
drum sprach er aus: „Es werde Licht!“
Das Licht war gut, dass dann hinieden
ward von der Finsternis geschieden.
So wurden Tag und auch die Nacht
am ersten Schöpfungstag gemacht.
Am zweiten Tag gab durch sein Wort
der trennungsfeste Gott den Ort,
damit die Wasserflut, die wilde,
nicht länger mehr ein Chaos bilde.
Und so Gott jene Feste spannte,
die er fortan den „Himmel“ nannte.
Die Wasser unterhalb der Feste,
die bildeten, das war das Beste,
die vielen großen Weltenmeere
und auch die kleinen, Gott zur Ehre.
Dazwischen schuf durchs Schöpferwort
er trock’nes Land an seinem Ort.
Und dieses Trock’ne blieb nicht kahl: Gott schuf nach ganz besondrer Wahl
Gräser, Kräuter, je nach Art
und Büsche, Sträucher, ganz apart.
Auch kleine und sehr große Bäume.
Und alle trugen Früchte, Samen,
damit sie selbst zum Nachwuchs kamen.
Das war `ne schöne Farbenpracht,
die Gott am dritten Tag gemacht.
Sie war recht gut zur Freud‘ des HERRN.
Der machte weiter und schuf gern
am vierten Tag auch durch sein Wort
Gestirne am bestimmten Ort.
Wie Lampen hing der Herr sie auf
geschickt für ihren Lebenslauf:
Die Sonne, die den Tag erhelle,
den Mond, damit er nachts zur Stelle.
Planeten, Sterne ohne Zahl
erfüllten bald das große All.
„Das ist recht gut“, der Schöpfer sprach,
„morgen schaff‘ ich die nächste Sach‘.“
So rief er wied’rum durch sein Wort
der Tiere viel an ihren Ort.
Den Walfisch, den Hai und die Robbe im Meer
und der übrigen Fische unzählbares Heer.
Auch Austern und Krebse und Seesterne fein,
Korallen und andres Getier sollten sein.
Und viele Vögel nach ihrer Art,
vereinzelt und umeinander geschart,
erfüllten die Luft unterm Himmelszelt,
wie’s ihrem Schöpfer recht wohlgefällt.
Ob Kolibris, die winzig kleinen,
ob Strauße auf den schnellen Beinen,
ob Albatros, der Vogelriese,
der Fliegenschnäpper auf der Wiese,
ob Fasan auf dem Feld, ob Schnepfe im Ried,
sie alle sangen dem Schöpfer ein Lied.
Der gab den Tieren besondere Ehren:
Er segnete sie, sich selbst zu vermehren.
All das schuf Gott ohne Müh‘ und Plag‘.
Und so ward erfüllt auch der fünfte Tag.
Aus Lothar von Seltmann: „Die Bibel in Reimen“
Es grüßt Sie ganz herzlich
Ihre Diakonin Rebekka Tetzlaff