Himmel auf Erden

- 16.05.2025 - 

Kantate

Singet dem HERRN ein neues Lied, denn er tut Wunder.
Ps 98,1

Quelle: geischlaeger0, fundus-medien.de

Der Lesungstext zum Ostermontag stand in Jesaja 25, 6ff: „Und der Herr Zebaoth wird auf diesem Berge allen Völkern ein fettes Mahl machen…“. Am Ostermontag haben wir uns ein paar Gedanken dazu gemacht.
Im ersten Satz verspricht der Prophet Jesaja ein großes Fest für alle Menschen. Dort wird es die besten Speisen geben. Laut Martin Luther sind das: Fett, Mark und bloß keine Hefe. Nicht unbedingt meine Vorstellung … Woran denken Sie? Was wäre wohl heute auf so einer Festtafel? Was sind für Sie die besten Speisen?
Das verspricht er uns. Und noch mehr! Martin Luther übersetzt „die Hülle weg[zu]nehmen, mit der alle Völker verhüllt sind.“ Was soll das wieder heißen? Die Sorgen und Nöte verschwinden. Zufriedenheit breitet sich aus. Unsere Gedanken sind in der Lage die Schönheit der Welt zu erkennen. Auch das verspricht er uns. Und noch mehr! Martin Luther übersetzt: „Und Gott der HERR wird die Tränen von allen Angesichtern abwischen!“
Es ist mehr als einfach nur Spaß haben. Es ist mehr als Glück. Er verspricht uns eine anhaltende Sicherheit und Friedlichkeit und Nächstenliebe.
 

Wunderschön.

 
Doch dann denke ich an die Sorgen und Nöte, denen wir tagtäglich begegnen: Die aufgeschlagenen Knie, die versaute Mathearbeit, die Krankheit eines Angehörigen, die steigende Scheidungsrate, das sinkende Bildungsniveau, der aufkommende Hass, die Ausgrenzung, die Inflation, die Kriege, die Überbevölkerung, die Klimaerwärmung … Dann wird mir schwindelig.
Wie kann Gott das zulassen, wenn er uns doch Glückseligkeit versprochen hat. Na, wegen der Schöpfungsgeschichte: „Und Gott sprach: Lasset uns Menschen machen, ein Bild, das uns gleich sei“ (Genesis 1, 26). Gott hätte die perfekten kleinen Marionetten erschaffen können, die immer freundlich sind und das Richtige tun. Er hätte uns erschaffen können als Wesen, die nicht einmal schlecht denken können. Aber er wollte mehr als eine Puppe. Er liebte uns so sehr, dass er uns die Möglichkeit gab, selbst zu entscheiden. Er schenkte uns den freien Willen. Er schenkte uns die Möglichkeit, ein Idiot zu sein. Und dadurch wird jedes gute Wort, das wir sprechen, jede helfende Hand, die wir ausstrecken, jedes Lächeln und jede Umarmung zu einem Erfolg. Zu einem Sieg. Es liegt in unserer Hand. Wir haben die Wahl. Wie wir uns verhalten. Wie wir miteinander umgehen. Wir haben die Möglichkeit, ein Stückchen Himmel zu erschaffen. In unserer Familie, in unseren Freundschaften, mit den Klassenkamerad*innen in der Schule, mit den Arbeitskolleg*innen: Wenn wir das Richtige tun, dann entsteht der Himmel auf Erden. Hier und heute.
 
Es grüßt Sie ganz herzlich
Ihre Diakonin Rebekka Tetzlaff
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Rebekka Tetzlaff

Quelle: Rebekka Tetzlaff

Diakonin