Herr, mein Gott, es gibt Tage, an denen alles versandet ist: die Freude, die Hoffnung, der Glaube, der Mut. Es gibt Tage, an denen ich meine Lasten nicht mehr zu tragen vermag: meine Krankheit, meine Einsamkeit, meine ungelösten Fragen, mein Versagen. Herr, mein Gott, lass mich an solchen Tagen erfahren, dass ich nicht allein bin, dass ich nicht durchhalten muss aus eigener Kraft, dass du mitten in der Wüste einen Brunnen schenkst und meinen übergroßen Durst stillst. Lass mich erfahren, dass du alles hast und bist, dessen ich bedarf. Lass mich glauben, dass du meine Wüste In fruchtbares Land verwandeln kannst.
Wie oft, mein Gott, habe ich deine Hilfe erfahren. Dennoch habe ich es immer noch nicht gelernt, in den Talsohlen meines Lebens gelassen und getrost zu bleiben, den Schmerz einzulassen, still zu warten, wie man das Vorübergehen eines Unwetters abwartet. Warum fürchte ich mich so sehr? Du, mein Gott, bist doch bei mir.
Es grüßt Sie ganz herzlich
Ihre Diakonin Rebekka Tetzlaff