Aus biblischer Sicht gilt Vertrauen als Gabe des Geistes. In einer Welt, die auch heute noch von (selbst-/ernannten) Großmächtigen beherrscht wird mit ihren Machtinstrumenten von Angstmacherei, Besatzung, Unterdrückung und Entzweiung von Völkern und Menschen, können vertrauensvolle Beziehungen zwischen Menschen aus unterschiedlichen religiösen, kulturellen Kontexten Gold wert sein.
Vertrauen kann auch ein politischer Akt sein. Dass Religion aus politischer Sicht eine umstürzlerische Qualität hat, die andere Netze knüpft, erzählen biblische Geschichten wie die vom Hauptmann Kornelius (Apostelgeschichte 10), einem Vertreter der römischen Staatsmacht und ein Nichtjude, der als fromm und gottesfürchtig gilt, und der sich zum Christentum bekehrt. Weil Menschen die religiösen Codes des anderen entschlüsseln können, wächst Vertrauen und ein anderes zwischenmenschliches Band. Was wird wohl alles möglich werden, wenn wir die Erfahrungen von Kornelius ernst nehmen und sie unser Leben und das Zusammenleben in der Gemeinschaft bereichern und fördern?
Pfarrerin Nina Reichel, Schopfheim
Es grüßt Sie ganz herzlich
Ihre Diakonin Rebekka Tetzlaff