Hinter dem Markennamen Smarties stecken bunte, mit einer Zuckerglasur umhüllte Schokolinsen. Sie wurden anfänglich in England produziert, kamen dann ab 1962 auch in Deutschland auf den Markt und gehören erst seit 1988 zu Nestlé. Smarties gibt es in acht verschiedenen Farben, wobei 1989 das Hellbraun durch ein Blau ersetzt wurde. Im Vergleich zu den Schokolinsen der Firma M&Ms fehlt den Smarties zwar der Aufdruck eines Buchstabens, doch damit schlagen sie die Konkurrenz mit ihrer Originalgröße. Geschmacklich macht allein der Zuckerüberzug den Unterschied, da sich die Schokolinse selbst nur im unmerklichen 5% Schokoladenanteil unterscheidet.
So ein Gott
Es ist beeindruckend, wie sehr wir Menschen uns von Äußerlichkeiten beeinflussen lassen. Und das fängt schon bei Smarties an. Denn es gibt Leute, die zum Beispiel nur die dunklen Smarties essen und die Gelben keinesfalls verzehren möchten. Dabei ist der Geschmacksunterschied unerheblich. Allein die äußere Farbe entscheidet über das Begehren oder die manchmal so lächerliche und für andere unverständliche Abneigung.
Leider entscheiden wir Menschen nicht nur bei Smarties immer wieder aufgrund von Äußerlichkeiten. Auch im Miteinander treffen wir nur allzu gern vorschnell unsere Entscheidungen. Da gibt es die mit schiefen Zähnen, einer dicken Brille, einem schrecklichen Lachen, viel zu dünnen Beinen, einer blöden Frisur, einem fremden Dialekt, einem dicken Bauch, einer anderen Hautfarbe oder einer Behinderung. Ohne einander zu kennen, entscheiden wir beim ersten Blick allein vom Äußeren her, ob die oder der andere dazugehören darf oder nicht.
Dabei geht es eigentlich um das, was in uns steckt. Es geht um unser Herz, unsere Haltung, unsere Werte. Und genau darauf kommt es Gott an. Gott schaut tief in uns hinein. Er weiß, wonach wir uns sehnen, was wir uns wünschen und womit wir zu kämpfen haben. Der äußere Schein spielt für Gott keine Rolle. Sondern es ist ein ehrlicher, tiefer, väterlicher und liebevoller Blick, der jeder und jedem von uns gilt. Ja, wir dürfen seine Kinder sein – mit und ohne Zuckerguss.
Aus Susanne Niemeyer „Als ob“, 2016
Es grüßt Sie ganz herzlich
Ihre Diakonin Rebekka Tetzlaff

